Geschichte: Die Engelshierarchie
- Laure-Astrid

- 25. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Die Engelshierarchie ist ein faszinierendes Thema, das die Menschheit seit Jahrhunderten beschäftigt. Wie wurden die Ordnungen und Rollen der Engel im Universum festgelegt? Und woher stammt diese Klassifizierung, die von vielen religiösen und philosophischen Traditionen übernommen wurde? Heute lade ich Sie ein, gemeinsam die Geschichte der Engelshierarchie zu erforschen und herauszufinden, wie und von wem sie geschaffen wurde. Machen Sie sich bereit, unsere Reise ins Herz der Mystik und Theologie beginnt jetzt!
Um die Engelshierarchie zu verstehen, ist es unerlässlich, sich Dionysius Areopagita, einem neuplatonischen Theologen und Philosophen des 5. Jahrhunderts, zuzuwenden. Obwohl Dionysius’ wahre Identität ein Rätsel bleibt – manche Historiker halten ihn sogar für ein Pseudonym –, ist sein Einfluss auf die christliche Theologie unbestreitbar. In seinem Werk „Die göttlichen Namen“ und insbesondere in „Über die himmlische Hierarchie“ präsentiert uns Dionysius ein detailliertes und strukturiertes System der Engelshierarchie.
Auf welcher Grundlage, genauer gesagt, auf welchen theologischen und philosophischen Grundlagen, wurde diese Engelshierarchie errichtet? Dionysius Areopagita ließ sich von der christlichen Schrift, insbesondere der Bibel, inspirieren, in der verschiedene Engelsarten erwähnt werden. So finden sich beispielsweise im Alten und Neuen Testament Hinweise auf Cherubim, Seraphim und andere Engel. Neben biblischen Texten flossen auch neuplatonische Ideen, die die kosmische Struktur und Ordnung betonen, in seine Konzeption ein.
In der von ihm eingeführten Hierarchie sind die Engel in drei Triaden unterteilt, die jeweils aus drei Engelsordnungen bestehen. Diese neun Engelschöre erfüllen vielfältige Aufgaben. Die erste Triade umfasst die Seraphim, Cherubim und Throne, die Gott am nächsten stehen und in göttlicher Kontemplation versunken sind. Die zweite Triade umfasst die Herrschaften, Tugenden und Mächte, die für die Lenkung des Universums und die Aufrechterhaltung der göttlichen Ordnung verantwortlich sind. Die dritte Triade schließlich besteht aus den Fürstentümern, Erzengeln und Engeln, die sich vorwiegend mit den Belangen der Menschen befassen.
Dieses hierarchische System ist nicht einfach eine strukturierte Liste; es ist in erster Linie Ausdruck des Glaubens an einen geordneten Kosmos, in dem jedes Geschöpf seinen Platz und seine Funktion hat. Laut Dionysius streben Engel beständig nach Annäherung an Gott, um sich zu reinigen und die göttliche Wahrheit zu verstehen. Sie dienen auch als Mittler zwischen Gott und den Menschen und wirken aktiv an der Übermittlung des göttlichen Willens mit.
Jahrhunderte nach Dionysius wurde seine Engelshierarchie von Thomas von Aquin in die christliche Theologie aufgenommen, der Dionysius häufig zitierte, um seine eigenen theologischen Schriften zu untermauern. Die von Dionysius dargestellte Engelshierarchie beeinflusst bis heute die christliche Lehre und das moderne Verständnis von Engeln.
Es ist jedoch entscheidend zu bedenken, dass die Engelshierarchie des Dionysios nicht nur das Christentum prägte, sondern auch andere mystische und religiöse Traditionen beeinflusste. Im Islam beispielsweise besitzen Engel ebenfalls eigene Hierarchien und Rollen, die von ähnlichen Vorstellungen göttlicher und kosmischer Vermittlung geprägt sind. Auch wenn die spezifischen Namen und Rollen variieren, bleibt die zentrale Idee einer himmlischen Ordnung ein durchgängiges Element vieler Kulturen.
Letztlich eröffnet das Verständnis der Engelshierarchie einen Einblick in jahrhundertealte philosophische und theologische Gedanken. Es ist eine faszinierende Erinnerung daran, dass unser Streben nach dem Verständnis des Universums und unseres Platzes darin Zeitalter und Kulturen überdauert. Ob man gläubig ist oder einfach nur neugierig – die Auseinandersetzung mit diesen Konzepten lädt dazu ein, über unsere eigenen Vorstellungen vom Göttlichen und unsere Beziehung zu Kräften jenseits unseres Verstandes nachzudenken.
Wenn Sie also das nächste Mal in den Sternenhimmel blicken, denken Sie vielleicht an die geheimnisvollen Engel, die die Sterne umgeben und einen Kosmos formen, der trotz seiner Unermesslichkeit eine Ordnung und Bedeutung in sich trägt, die uns zutiefst vertraut ist. Gute Reise auf Ihrer spirituellen Entdeckungsreise!



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